Benefizkonzert des Gambian Bridge e.V. :: Nina Clarissa Frenzel und Salty Matches

Vor vier Wochen war Nina Clarissa Frenzel zum ersten Mal im Oderbruch zu hören – auf dem sommerlichen Bergfest in der Kienitzer Kirche ließ sie in kleinem Kreis Cello und Stimme hören. Und verliebte sich – in den Ort, die Menschen, das Bruch. Kurz zuvor hatte sich auf dem Naturerlebnishof Uferloos in Kienitz ein Förderverein für eine Schule in Gambia gegründet, der derzeit aktiv um Spenden für den Wiederaufbau eines Schulbegäudes wirbt. Die Räume der Grundschule wurden bei einem Unwetter im Sommer weitgehend zerstört. Die junge Cellistin ist nicht zum ersten Mal für bedürftige Menschen aktiv und bot spontan an, ein Benefizkonzert für den Gambian Bridge e.V. zugunsten der Rhema Abam School in Serekunda zu spielen.

Am Sonntag, dem 27. September präsentierte sie wieder am gleichen Ort ein Programm eigener Kompositionen für Cello und Stimme mit zumeist eigenen oder selbst bearbeiteten Texten. Scheinbar mühelos öffnete sie dazwischen musikalische Räume, in die das Ensemble „Salty Matches“ aus der Märkischen Schweiz mit tanzbaren Melodien aus aller Welt gleichermaßen kontrastierende wie sich klanglich ergänzende Akzente einbrachte. Hier beeindruckte besonders die klare und warme Stimme von Heidi Jonnson (USA, auch am Akkordeon).

Dabei blieb Nina Clarissa Frenzel das musikalische Gravitationszentrum des Konzerts. Wer von der jungen Cellistin einen sanften Auftritt erwartet hatte, wurde schnell von ihrer gleichermaßen natürlichen wie ausdrucksstarken Performance überrascht. Ihrer Einladung auf eine musikalische Reise folgend, war das Publikum in der Kienitzer Radwegkirche vom ersten Stück an in ihren Bann gezogen. Ihr neoklassisch inspirierter Stil, der auch Anklänge an minimal music erkennen ließ, mag für manche Ohren ungewohnt, vielleicht auch unerhört geklungen haben. Wenn sie drängend starke Celloklänge mit ihrer Singstimme aufhellte, entstanden feine Klanggespinste, in denen die gedankliche Weltreise mühelos gelingen konnte.

Sie las und sang eigene Texte und überraschte wohl alle Anwesenden mit einer tief berührenden Geste, als sie das Manuskript eines erst vor zwei Wochen im Oderbruch komponierten Stückes direkt nach der erstmaligen Aufführung an den Menschen verschenkte, dem sie das Stück gewidmet hat.

Dieses Konzert war ein starkes und berührendes statement – musikalisch und menschlich. Zuhörerinnen und Zuhörer dankten es mit großzügigen Spenden.

Der Abend fand seinen authentischen Abschluss am Lagerfeuer auf Uferloos mit Trommelklängen gambischer Musiker, die zum Konzert aus Eisenhüttenstadt gekommen waren.

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